Archiv für die Kategorie 'Modelle & Konzepte'

Die nichttriviale Maschine - Ein spielerisches Experiment, das Sie in Kontakt mit dem Phänomen Komplexität bringen soll

http://ttorga.de/ntm/

Die nichttriviale Maschine

Wie funktioniert’s? Finden Sie es heraus! Eine Maschine, die sich so verhält, als sei sie keine Maschine.

Schon eine kleine Zustandsänderung (eine Maschine mit Launen, also fast menschlichen Zügen) macht eine Vorhersagbarkeit des Ergebnisses je Knopfdruck (fast?) unmöglich. Heinz von Förster kommt auf die unglaubliche Zahl von 28192 Zuständen für eine nichttriviale Maschine, die gerade mal 4 Eingabe-/Ausgabemöglichkeiten hat[1]. So können schon wenige an Regeln gebundene Zustandsänderungen eine unüberschaubare Komplexität erzeugen. Wie viel mehr komplex sind dann menschliche Interaktionen mit ihren unzähligen möglichen Zustandsveränderungen?

[1] Heinz von Förster: Entdecken oder Erfinden. In: Einführung in den Konstruktivismus, S. 65, München 2009

Es gilt zu ergründen, nach welchem Prinzip ein Knopfdruck und das Aufleuchten einer bestimmten Lampe zusammenhängen! Wir versichern Ihnen, dass es ein solches Prinzip (eine Reihe von Regeln) gibt und kein Zufallsgenerator mitspielt.

» Hier geht es zur nichttivialen Maschine

Berichten Sie uns von ihren Erfahrungen: ntm@ttorga.de

Berater-Modell / -Konzept des Monats: Auftrags-Muster

nach Steve de Shazer

Wenn Berater zu potentiellen Kunden kommen, erleben sie immer unterschiedliche Auftragsideen bzw. mehr oder weniger konkrete Auftragsanfragen.
Das ist prinzipiell nicht verwunderlich, da viele Situationen im Kundensystem sich als relativ komplex zeigen. Meistens wurden schon von unterschiedlichen Menschen, mehrere Lösungsversuche durchlaufen, welche aber nicht in die gewünschte Richtung führten.
Dabei geht auch fast immer eine unterschiedliche Art der Problem-Schilderung einher, also wie die Betroffenen das Problem sehen oder wie sie über das Problem (oder Herausforderungen) sprechen.
Längst wurden Hypothesen darüber gebildet, wer oder was der eigentliche Problemträger ist, wer mehr oder weniger verantwortlich ist und natürlich, wer sich, wie in Zukunft engagieren muss, damit das entstandene Problem nicht mehr auftaucht.

Das Konzept der „Auftrags-Muster“ gibt dem Berater 3 grobe „Brillen“ an die Hand, die ihm dabei helfen können, (durch z.B. zuhören und Fragen stellen) erste grundsätzliche Hypothesen über die Motivation, die Betroffenheit und das damit verbundene eventuelle, zukünftige Engagement der Problembeschreibenden zu erheben. Hierbei kann der Problembeschreibende eine Einzelperson oder eine ganze Gruppe sein. Bei Gruppen (z.B. alle Vorstände, …) sind natürlich Unterschiede in der Problembeschreibung (auch wenn es nur ganz feine sind) völlige Normalität.

Auftrags-Muster

Auftrags-Muster

Welche Art der „Auftrags-Muster“ beschreibt das Modell?

  1. Problembeschreibungen oder Auftragsanliegen vom Typus „Besucher“ sind Beschreibungen, denen man fast schon anmerken kann, dass der Beschreibende eigentlich noch kein „richtiges“ Problem sieht oder dass der aufgezeigte Lösungsversuch (z.B. Beratung, Teamentwicklung, …) „mal ganz interessant ist, aber …“, „schaun mer mal“, usw.
    Als unreflektierter Berater könnte man sich fragen: „Was will der/die eigentlich?“
  2. Problembeschreibungen oder Auftragsanliegen vom Typus „Beklagender“ sind relativ häufig und wenn wir ehrlich sind, entsprechen sie sehr oft auch unserem privaten Verhalten.
    Der Beschreibende erlebt ein Problem, sieht sich aber keinen Falls als Teil des Problems. Er sieht, dass andere etwas tun müssen, sich doch endlich bewegen sollen, sich ein Umstand endlich verändern soll. Dabei besteht die Gefahr, dass man als Berater nicht unbedingt auf das mitwirkende Engagement des Kunden bauen kann. Dieses ist aber in den meisten Fällen unabdingbar. Erste Auftrags-Ideen von Führungskräften, die sagen „meine Leute können das einfach nicht richtig, machen Sie mal was mit denen, dass das endlich funktioniert und melden Sie mir dann den erfolgreichen Vollzug“ sind recht häufig. Wer sich ein bisschen mit Führung beschäftigt weiß, dass man als Führungskraft fast immer Teil des bestehenden Problems ist und dann wäre es gut, man würde sich so auch verhalten und an der Veränderung mitarbeiten (Ähnlichkeiten zu Themen bei der Elternschaft sind rein zufällig…).
  3. Bei Problembeschreibungen und Auftragsanliegen vom Typus „Kunde“ lacht das Beraterherz. Schon in der Beschreibung und in der Sichtweise des Problems wird deutlich, dass sich der potentielle Auftraggeber auch als Teil des Problems erlebt und sich in dieser Weise engagieren will.

Wie schon gesagt, sind das natürlich alles nur Hypothesen und manchmal sogar nur „Berater-Bauchgefühl“, aber interessanterweise haben uns diese Hypothesen schon sehr oft geholfen, mehr Klarheit und Verbindlichkeit/Verantwortung im Kundensystem aufzubauen. Muss nicht funktionieren, kann aber.

Diese Rubrik „Berater-Modell / -Konzept des Monats“ soll aber auch und gerade den interessierten Lesern eine Anregung geben, mit diesen Modellen selbst bestimmte Situationen zu beleuchten und vielleicht dadurch, hier und da eine neue Sichtweise zu bekommen (Nähere Infos zu dieser Rubrik).
Wir stellen unseren Kunden z.B. das Modell „Auftrags-Muster“ fast immer zur Verfügung, weil wir wissen, dass es für unser gemeinsames Verständnis und damit für die erfolgreiche und zielgerichtete Auftragsgestaltung beiträgt.

Im Vertrauen gesprochen: Eigentlich hoffen wir natürlich, dass alle potentiellen Anfragen an uns, zukünftig vom Typus „Kunde“ sind, aber ehrlich gesagt wäre das vielleicht auch ein bisschen zu einfach.

Viel Spaß beim Ausprobieren!

Berater-Modell / -Konzept des Monats: Das Steuerungs-Dreieck

Als Organisationsentwickler und Berater (auch für Coaching) kennen und nutzen wir zahlreiche Modelle und Konzepte, die uns helfen die Komplexität von Systemen und Situationen zu reduzieren.

Diese Komplexitätsreduktion unterstützt den Berater darin, handlungsfähig und hilfreich zu sein und somit die eigene, interne Steuerungsfähigkeit zu erhalten.

In den meisten Fällen bieten wir auch Kunden unsere „Denkmodelle“ offen an, damit gerade auf Kundenseite ein Höchstmaß an Transparenz und Autonomie für den jeweiligen Prozess erhalten bleibt.
Auf eine Art und Weise bietet dies die Gelegenheit, die jeweiligen Herausforderungen durch eine gleiche „Brille“ zu beleuchten oder Sichtweisen zu erweitern und Blickwinkel neu auszurichten.

Weil genau dies, laut Kundenrückmeldungen, in vielen unserer Prozesse ein echter Gewinn ist, haben wir uns entschlossen, regelmäßig ein Modell bzw. Konzept auf unserem Blog zu veröffentlichen und damit unser Berater-Wissen interessierten Kunden zugänglich zu machen.
Schließlich sind solche Modelle und Konzepte kein Geheimnis, welche wie Zaubertricks von Zauberern gehütet und nur von Beratermund zu Beraterohr weitergegeben werden dürfen.
Nicht alles, was wir Ihnen hier anbieten ist neu oder noch nie dagewesen, aber fast alles haben wir in der Praxis schon mehrfach getestet und hat sich gut bewährt.
Weil wir hier keine wissenschaftlichen Abhandlungen bieten wollen, haben wir die Erklärungen so einfach und kurz gestaltet wie möglich. Für alle „Berater-Vollprofis“ sei noch angemerkt, dass die meisten Modelle und Konzepte tiefere Hintergründe und Wirkmechanismen bieten, auf die wir hier aber bewusst nicht abheben.

Bei Fragen oder Anregungen zu dieser Rubrik und den dargestellten Konzepten können Sie uns gerne kontaktieren. Natürlich freuen wir uns auch über Feedback nach - hoffentlich erfolgreichem - Einsatz der Modelle. Den einfachsten Weg, diesbezüglich mit uns in Austausch zu treten, bietet die Kommentarfunktion unseres Blogs.

Vorgestelltes Modell: Das Steuerungs-Dreieck

Das Steuerungsdreieck

Das Steuerungsdreieck

Leitfragen zum Berater-Modell „Steuerungs-Dreieck“:

  • Ist der Auftrag so formuliert, dass das gewünschte Ziel zu erreichen ist?
  • Passt der Auftrag zum Problem?
  • Was muss noch geklärt werden, um das Ziel zu erreichen?
  • Wenn das Ziel erreicht ist, ist dann auch das jeweilige Problem gelöst?
  • Woran erkennen Sie, dass das Ziel erreicht ist (sehr genaue Beschreibungen!)?
  • Sind Problem- und Zielbeschreibung stimmig und passgenau?
  • Was ist eigentlich das Ziel, der Auftrag, das Problem?